Unsere Philosophie

Im Gegensatz zu den meisten anderen veganen Onlineshops wollen wir nicht mit "Veganismus" und "die armen Tiere" anfangen. Unsere Philosophie muss von einer anderen Seite zuerst beleuchtet werden. Wir bitten Sie, sich die Zeit zu nehmen, sich diesen Text wirklich durchzulesen.

Unser Verhalten - fast jede Entscheidung, die wir treffen - stellt eine politische Handlung dar, die weitreichende Konsequenzen hat. Die Konsequenzen dieser Entscheidungen sind allerdings nur in den seltensten Fällen klar zu erkennen. Die Welt ist derartig industrialisiert, dass wir zum Beispiel den Herstellungsprozess von fast allen Produkten, die wir kaufen, nicht kennen. Das ist auch überhaupt nicht mehr zu ändern. Wenn wir uns die Herstellungsprozesse jedes einzelnen Produktes genau angucken wollten, würde das mehr Zeit in Anspruch nehmen, als wir vermutlich überhaupt lebendig auf der Erde verbringen werden, ganz zu schweigen von den vielen Produkten, die in dieser Zeit neu auf den Markt kommen.

Wenn wir aber doch einmal annehmen würden, dass es innerhalb einer angemessenen Zeit funktionieren würde, dann wäre das menschliche Gehirn nicht in der Lage, all diese Informationen abzuspeichern. Unser Gehirn ähnelt einer beschädigten Festplatte, die die empfangenen Informationen zunächst komplett abspeichert, aber mit der Zeit immer mehr Informationen verliert.

Zu allem Überfluss hat unser Gehirn zudem einen "Softwarefehler" entwickelt, der dafür sorgt, dass wir - haben wir uns zu einem Thema erst einmal eine Meinung gebildet - unsere Meinung auf gar keinen Fall mehr ändern wollen. Dazu spielt uns das Gehirn einen Streich. Es lässt uns glauben, dass wir Recht haben. Es sind immer die anderen, die Unrecht haben. Gute Gegenargumente oder gar Gegenbeweise befestigen uns nur in unseren Meinungen.

So sehr sich auch die meisten von uns des oben beschriebenen bewusst sind, so sehr denkt doch jeder, dass das nur auf die anderen zutrifft, nicht jedoch auf einen selbst. Wir ertappen uns auch immer selbst dabei, dass wir das denken. wink

Allen, die das denken, muss ich aber leider sagen: Das stimmt nicht. Wir alle, auch das Veganothek-Team selbst, das diesen Text hier verfasst hat, sind davon betroffen. Das Phänomen nennt sich im Englischen "bias". Es gibt nach unserem Wissensstand kein deutsches Wort, welches das ausreichend gut erklärt, aber "Voreingenommenheit" kommt dem noch am nächsten. Fortan nennen wir es daher "Bias".

Was kann man denn aber dann dagegen tun? Nicht viel tatsächlich. Es gibt keinen Schalter im Kopf, den man einfach betätigen kann, damit man keine Biases mehr hat. Wenn man aber das nächste Mal in einer Situation ist, in der jemand anders uns etwas erzählt, was nicht in unser Weltbild passt, dann sollten wir, anstatt den Kopf zu schütteln, uns in Erinnerung rufen, dass entweder der andere oder man selbst gerade einen Bias hat. Sollte es die andere Person sein, hat man in dem Moment keine Möglichkeit, die Diskussion zu gewinnen - sofern man so etwas "gewinnen" nennen kann. Allerdings sollte man davon ausgehen, dass man es selbst ist, dessen Weltbild fehlerhaft ist. Und in dem Fall müssen wir in der Lage sein, uns (noch einmal) über das Thema zu informieren - so sachlich wie möglich. Sollte es am Ende so sein, dass das eigene Weltbild fehlerhaft war, so ist das nämlich der eigentliche Gewinn der Diskussion. Man hat an Wissen gewonnen. Und genau so müssen wir künftig eine verlorene Diskussion betrachten: Als einen Gewinn für uns selbst. Sollte allerdings doch unser Diskussionspartner hier einen Bias haben, so sollten wir von ihm nicht gleich schlecht denken. Wir alle haben unsere Meinungen gehabt, bei denen wir heute denken "Wie konnte ich nur?" und vielleicht setzt auch bei dem Diskussionspartner irgendwann ein Umdenken ein. Bitte empfehlen Sie zu einem späteren Zeitpunkt (nicht direkt während der Diskussion), sich einmal über Biases zu informieren. Vielleicht hilft das schon.

Was hat das denn nun alles mit der Veganothek zu tun? Na ja, das ist eine gute Frage. Eigentlich gar nichts. Sie können hier auch einfach nur bestellen, was interessiert Sie schon unsere Philosophie? wink

Wir wissen nicht, wie andere darüber denken, aber aus unserer Perspektive ist es wichtig zu versuchen, die negativen Konsequenzen unseres Handelns so gering wie derzeit möglich zu halten und positive Auswirkungen so groß wie möglich. Das Veganothek-Team besteht daher aus effektiven Altruisten. Für den Fall, dass Sie nicht wissen, was das bedeutet: Wir wollen einerseits mit unserem Handeln so viel Gutes wie möglich tun, andererseits so wenig Leid wie möglich verursachen. Was das - speziell für unser Konsumverhalten - bedeutet, erklären wir anhand einiger Beispiele noch genauer:


Veganismus
Sowohl seitens der Veganer als auch seitens der Veganismus-Gegner gibt es einige Fehlinformationen, die in dieser Gesellschaft kursieren. Es gibt viele verschiedene Gründe, aus denen Menschen vegan werden: für die eigene Gesundheit, aus ethischen Gründen (um keine Tiere zu töten oder anderweitig auszubeuten), um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern (Klimawandel), um gegen die Armut in Ländern des globalen Südens anzugehen, religiöse Gründe und vielleicht vergessen wir gerade sogar noch ein paar weitere.

Gesundheitliche Gründe zählen mit Sicherheit zu den schlechtesten. Ja, es ist gesünder, sich geplant vegan zu ernähren, als wenn man 200 bis 500g Fleisch täglich konsumiert. Allerdings muss dabei mindestens darauf geachtet werden, dass man Vitamin B12 (ggf. auch Vitamin D3, Jod, Eisen,... aber das ist abhängig vom Menschen) ergänzt und sich ansonsten zudem nicht einseitig ernährt. Das gilt selbstverständlich genauso für Menschen, die Fleisch konsumieren. Genau hier ist aber der Knackpunkt: Wenn Menschen sich nur aus gesundheitlichen Gründen vegan ernähren, dann kann man durchaus argumentieren, dass 20g und weniger Fleisch am Tag einen nicht umbringen werden. Nicht selten werden daher auch Veganer, die nur aus gesundheitlichen Gründen vegan wurden, wieder zu (gelegentlichen) Fleisch-, Ei- und/oder Milchkonsumenten. Dennoch ist es aber natürlich wahr, dass man seiner Gesundheit mit dem Umstieg auf eine gut geplante vegane Ernährung keinen Schaden zufügt. In den meisten Fällen hat das zusätzlich positive Auswirkungen auf die eigene Gesundheit, auch das ist wahr.

Aus ethischer Sicht ist hingegen unverzichtbar, vegan zu leben. Wir haben ethisch betrachtet nicht das Recht dazu, empfindungsfähigen Lebewesen sämtliche Rechte zu entziehen, die wir beim Menschen für selbstverständlich erachten. Für die Produktion von Fleisch werden Tiere getötet. Im Supermarkt gibt es kein Fleisch von Tieren, die man tot am Straßenrand gefunden hat - diese zu essen, wäre hingegen ethisch vertretbar. Stattdessen stammt das meiste Fleisch sogar aus Massentierhaltung, wo die Tiere ihre gesamte Lebenszeit auf kleinstem Raum verbringen, sich teilweise gegenseitig töten usw., eigentlich ist fast jeder Mensch gegen Massentierhaltung (auch wenn die meisten dennoch Fleisch aus Massentierhaltung kaufen), deswegen sparen wir uns hier weitere Ausführungen dazu. Allerdings werden auch "Bio"-Tiere nach einem - vermeintlich besseren und etwas längeren - Leben getötet, um sie zu Fleisch zu verarbeiten. Diese Grausamkeit ist mit nichts zu rechtfertigen.

Übrigens spielt es diesbezüglich keine Rolle, ob Pflanzen auch schmerzempfindlich sind oder nicht, weil für die Produktion von Fleisch etwa die zehnfache Menge an Pflanzen zunächst an das Tier verfüttert wird und hinterher zusätzlich das Tier getötet wird. Würden Pflanzen Schmerzen empfinden können (nein, das ist nicht sehr wahrscheinlich, vielmehr ist das sogar - soweit möglich - widerlegt), wäre es also auch für die Pflanzen sehr viel grausamer, wenn Menschen Fleisch essen.

Für Milchprodukte müssen ebenfalls Tiere sterben, da es für männliche Kälber keine Verwendung gibt, schließlich produzieren diese keine Milch. Davon abgesehen werden die Milchkühe ständig geschwängert, damit sie weiterhin Milch geben, und werden sehr viel früher geschlachtet, als es ihre natürliche Lebenserwartung zulassen würde, weil ihre Milchproduktion irgendwann geringer wird. Für die Produktion von Eiern werden männliche Küken vergast oder geschreddert, denn auch diese können keine Eier legen.

Wir halten religiöse Gründe ebenfalls für äußerst schlechte Gründe. Wir haben nicht die Absicht, religiöse Menschen zu beleidigen, müssen aber klarstellen, dass in den meisten Religionen nicht nur Frieden und Nächstenliebe gepriesen werden. Auch in der Bibel steht jede Menge gewaltverherrlichender Blödsinn. Wir denken, dass sich jeder selbst Gedanken dazu machen sollte, was richtig und was falsch ist. Wir brauchen dafür keine Religionen mehr. Es ist nicht wichtig, ob in der Bibel steht "Du sollst nicht töten". Es ist wichtig, dass es falsch wäre, ein empfindungsfähiges Tier zu töten, das genauso leben möchte wie jeder von uns.

Der ökologische Fußabdruck verringert sich in der Regel wirklich, wenn man auf eine vegane Ernährung umsteigt - in der Regel sogar sehr deutlich. Dennoch muss auch hier ein "aber" angefügt werden: Jemand, der viel Hühnerfleisch (oder z.B. auch selbst geangelte Fische) isst, kann durchaus einen kleineren ökologischen Fußabdruck hinterlassen als jemand, der viel Salat isst. Hühner stoßen nicht Tonnen von Methan aus, wie das Rinder tun. Es ist gefährlich, dieses Argument gegenüber Omnivoren zu verwenden, weil der Omnivore später bei Recherchen darauf stoßen könnte, dass er einfach nur noch Hühnerfleisch essen sollte. Das Problem dabei ist aber, dass ein Vielfaches an Hühnerleben beendet werden muss, um die gleiche Menge an Fleisch zu produzieren, als wenn man dafür ein Rind tötet. Daher würde sich das Leid enorm vervielfachen, wenn man auf Hühnerfleisch umsteigt. Das entspricht nicht dem, was ein Veganer erreichen will, sodass am Ende also auch hier alles wieder auf die ethischen Gründe hinausläuft, die entscheidend sind.

Auf den Grund "Armut in Ländern des globalen Südens" möchten wir aus dem Grund jetzt nicht eingehen, da wir uns selbst damit noch nicht ausreichend beschäftigt haben. Wer uns diesbezüglich etwas mitteilen kann und möchte, kann gerne Kontakt zu uns aufnehmen.


Biologische Landwirtschaft / Gentechnik
Es herrscht inzwischen in unserer Gesellschaft fast sowas wie ein allgemeiner Konsens darüber, dass Gentechnik etwas furchtbares ist und biologische Landwirtschaft gefördert werden muss. Auch wenn wir wissen, dass wir uns damit wenig Freunde machen werden: Wir sind bekennende Gentechnik-Befürworter. (Gemeint ist die grüne Gentechnik - wir wollen also keine Schafe oder andere Tiere klonen.)

Gentechnik ist für sich genommen zunächst nur eine Technologie, genauso wie ein Computer und das Internet. Obwohl es manche Menschen gibt, die damit Schaden anrichten, ist die Technologie hinter Computer und Internet - ebenso wie hinter der Gentechnik - etwas gutes. Wer will schon darauf verzichten, sich mit Menschen weltweit vernetzen zu können? Wir haben dadurch Möglichkeiten gewonnen, von denen wir vorher zu träumen nicht gewagt hätten. Mit der Gentechnik verhält es sich genauso. Sie ist sogar in der Lage, sehr viel Leid zu verhindern. Wir können dank Gentechnik das Saatgut sehr viel schneller und gezielter verändern, als dies durch Zucht möglich ist. Es ist sogar möglich, das Saatgut auf eine solche Weise zu verändern, dass bestimmte Vitamine in größerer Menge enthalten sind. Als Beispiel ist hier der Golden Rice zu nennen, der deutlich mehr Vitamin A enthält als herkömmlicher Reis. Das birgt ein unglaubliches Potential zur Leidverminderung, da in in manchen Regionen der Welt Kinder einen Mangel an Vitamin A haben und in der Folge häufig erblinden. Leider hat dieser Golden Rice allerdings nie richtig seinen Zweck erfüllen können, womöglich auch aufgrund der allgemeinen Gentechnik-Feindlichkeit.

Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht sind die Auswirkungen der grünen Gentechnik inzwischen so weit erforscht, dass man mit Sicherheit behaupten kann, dass Produkte, die gentechnisch verändert wurden, keinerlei höheres Gesundheitsrisiko aufweisen als Bioprodukte oder konventionelle Produkte ohne Gentechnik.

Das heißt allerdings nicht, dass wir an der Art und Weise, wie Gentechnik teilweise verwendet wird, nichts kritisieren. Die Technologie an sich ist aber nicht Schuld daran, dass es beispielsweise Patente auf Saatgut gibt, die dafür sorgen, dass man selbiges immer wieder bei dem einen Hersteller kaufen muss, der dieses anbietet.

Wir finden es aber äußerst unangebracht, Gentechnik zu verbieten oder zu verteufeln. Im Endeffekt werden die Gene auch in der Zucht gezielt in eine Richtung manipuliert, nur wesentlich ineffizienter als bei der Gentechnik. Es dauert einfach viel länger.

Dass Gentechnik und auch viele synthetisch hergestellte Produkte in der Bio-Landwirtschaft nicht angewendet werden dürfen, ist ein Grund für uns, biologische Landwirtschaft kritisch zu sehen. So wird in der Bio-Landwirtschaft zum Teil zu viel Kupfer als Pflanzenschutzmittel eingesetzt. Auch wenn Bio-Produkte im Durchschnitt gesundheitlich momentan besser abschneiden, ist es nicht so, dass man bei jedem Bio-Produkt sagen kann, dass es gesünder ist als das gleiche konventionelle Produkt. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings höher, dass das Bio-Produkt mit weniger oder keinen Schadstoffen belastet ist. Das kann für viele dennoch ein Grund sein, zum Bio-Produkt zu greifen. Wir wollen das auch nicht zwingend verhindern, wir wollen aber ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die anderen Produkte nicht unbedingt schlecht sind. "Bio" ist nicht zwingend ein Qualitätsmerkmal. Vielmehr schließt es mit der Gentechnik (es gibt auch noch andere Beispiele) sogar eine sinnvolle Technologie aus.

Auch scheint es allgemeiner gesellschaftlicher Konsens zu sein, dass chemische Pflanzenschutzmittel schädlich seien, besonders bei einem Großteil der veganen Bevölkerung. Das ist aber nicht so. Es wird den einen oder anderen überraschen, aber ALLES ist chemisch, sogar unsere besten Freunde. wink Ob ein Pflanzenschutzmittel synthetisch (im "Labor") oder vermeintlich "natürlich" hergestellt wurde, sagt nichts darüber aus, ob es schädlich ist oder nicht. Dafür gibt es wissenschaftliche Studien. Ganz allgemein sind vermutlich alle Pflanzenschutzmittel für irgendeine existierende Tierart schädlich. Tatsächlich ist Roundup bzw. Glyphosat (ja, wir sind nicht darauf aus, uns Freunde zu machen) vielleicht sogar das am wenigsten schädliche von allen Pflanzenschutzmitteln. Wir können daher nicht nachvollziehen, warum gerade dieses so in der Kritik ist. Um für Menschen schädlich zu sein, bräuchte es sehr viel größere Mengen von Glyphosat als die in wenigen Lebensmitteln enthaltenen Rückstände.


Esoterik
Auch auf die Gefahr hin, dass wir von allen gehasst werden, die Kunden in unserem Onlinshop werden wollten, müssen wir dieses Thema ansprechen. Ein viel zu großer Anteil unter den Veganern (aber auch unter allen anderen Menschen) ist anfällig für esoterische Schwurbelei. Das können wir - das Veganothek-Team - viel zu gut nachvollziehen, da auch wir aufgrund dieser Anfälligkeit viel Blödsinn geglaubt und getan haben. Vielleicht glauben und tun wir immer noch Dinge, ohne es zu wissen, die esoterischer Blödsinn sind. Wir geben uns Mühe, das nicht zu tun, es ist aber teilweise schwierig zwischen wissenschaftlich erwiesenen Fakten und Esoterik-Schwurbelei zu unterscheiden, da auch letzteres sich im wissenschaftlichen Mantel tarnt. Zudem will man manche Dinge gerne glauben, weil sie Probleme kleiner erscheinen lassen können und man sich dadurch wohler fühlt.

Esoterik ist inzwischen so weit verbreitet und so stark akzeptiert, dass es zu viele Themen gibt, die wir ansprechen müssten, wir beschränken uns aber auf eines und zeigen auf, warum Esoterik sogar gefährlich sein kann:

Homöopathie ist esoterischer Unfug. Es existiert keine einzige wissenschaftlich fundierte Studie, die bei homöopathischen Mitteln einen Nutzen gefunden hat, der über den Placebo-Effekt hinausreicht. Dennoch werden die kleinen Globuli (Zuckerkügelchen, die manchmal übrigens sogar Milchzucker enthalten) einfach bei allem genommen - egal, ob man erkältet ist, eine Grippe oder chronische Rückenschmerzen hat oder gar an Krebs leidet. Die Gefahr sollte einem inzwischen ins Gesicht springen: Mit einer Krankheit wie Krebs ist nicht zu spaßen. Da scheitert jeder Placebo-Effekt. Von diesem Placebo-Effekt profitiert man übrigens auch, wenn man eine tatsächlich wirksame Therapie macht. Da kommt dann die Wirkung der Selbstheilungskräfte auf die Wirkung der Therapie oben drauf. Wenn man sich hingegen bei tödlichen Krankheiten (zu denen übrigens auch die Grippe zählt: Wir empfehlen jedem, sich einmal jährlich zu impfen!) auf Globuli verlässt, dann ist man verlassen.

Wenn man sich über Esoterik und Wissenschaft genauer Gedanken macht, dann muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass man nichts einfach "glauben" sollte. Man sollte immer versuchen zu wissen, indem man Quellen hinterfragt und durchliest, auch wenn das mühsam ist. Wenn man sich bei etwas nicht sicher sein kann (mangels aussagekräftiger Studien), sollte man nicht einfach davon ausgehen, dass es auf die eine oder auf die andere Weise ist. Man sollte alle Möglichkeiten in Betracht ziehen und sich keine Meinung bilden - so bleibt man offener für die Wahrheit, wenn sie sich irgendwann erschließt (zum Beispiel weil es doch irgendwann aussagekräftige Studien dazu gibt). Glauben Sie auch uns bitte nicht blind, überprüfen Sie gerne alles, was wir hier schreiben.


Alkohol, Nikotin und andere Drogen
Es ist ein großes Problem, dass Drogen, insbesondere Alkohol und Nikotin, gesellschaftlich akzeptiert werden. Es ist teilweise - vor allem in Großstädten - schwierig, die Wohnung zu verlassen, ohne von einer Rauchwolke vergiftet zu werden. Dennoch ist bei Nikotin den meisten Menschen klar, dass der Schaden nicht nur den Konsumenten trifft, sondern auch die Passivraucher.

Bei Alkohol ist der Schaden an Dritte allerdings noch viel größer, bloß dass er hier eher indirekt auftritt und daher gerne bestritten oder verharmlost wird - möglicherweise auch, weil sich viele dessen nicht bewusst sind. Viele bedenken nicht, dass sie nicht in einer informationsdichten Blase leben. Wenn man Alkohol trinkt, bestätigt man gegenüber Kindern und Jugendlichen die aktuell bestehende Alkoholnorm (für die wirkt es dann als ein Zeichen des Erwachsen-Werdens) und ein nicht irrelevanter Anteil dieser Kinder und Jugendlichen wird später alkoholkrank. Aber auch die, die aufgrund dessen nur geringe Mengen Alkohol trinken, erleiden einen gewissen Schaden, auch wenn dieser möglicherweise deutlich geringer ist, als er beim Alkoholismus wäre. Es gibt beim Alkohol keinen sicheren Konsum. Jede Menge schadet.

Darüber hinaus lässt sich auch einfach kein Sinn darin erschließen. Wir brauchen Alkohol nicht, um gesund zu leben, es ist kein Vitamin oder sowas. Das meiste, was am Alkohol positiv wahrgenommen wird, ist ohnehin dem Placebo-Effekt zuzuschreiben, wie Studien längst herausgefunden haben: Man wird nicht lockerer durch Alkohol und auch nicht glücklicher, auch wenn die Werbung das aussagt. Das einzige, was übrig bleibt von dem, was manche Menschen am Alkohol positiv wahrnehmen, ist der Rausch. Berauschen kann man sich übrigens auch ohne Alkohol. Müdigkeit kann beispielsweise auch sehr berauschend sein. Viel wichtiger ist aber, dass gerade beim Rausch der Schaden umso größer ist, den der Alkohol anrichtet. Der Rausch setzt nicht schon bei geringen Mengen ein, sondern kommt im Endeffekt erst nach einer großen Menge Alkohol zum Vorschein. Auf die etlichen Krankheiten, die das verursachen kann, möchten wir nicht eingehen, weil das den Rahmen sprengen würde.

Ganz grundsätzlich verursacht der Konsum von Alkohol auch einen finanziellen Schaden der Gesellschaft. Wir sind alle gesetzlich oder privat krankenversichert und zahlen einen Betrag ein, der in Summe alle Kosten deckt, die von Krankheiten der Menschen verursacht werden. Diese Kosten wären wesentlich geringer, wenn niemand Alkohol konsumieren würde. Im Endeffekt ist die Ungerechtigkeit dabei: Die Menschen, die sich bewusst gegen Alkohol und andere schädliche Drogen entscheiden, bezahlen für die alkoholbedingten Krankheiten der anderen mit. Jeder Nichtraucher hat deswegen weniger Geld monatlich zur Verfügung, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, einfach nur weil Menschen existieren, die rauchen. Das wirft unseres Erachtens durchaus ein ganz anderes Licht auf das "Jeder darf mit seinem Körper machen, was er will"-Argument.

Beim Kauf von Alkohol, Tabak oder anderen Drogen sollte man sich außerdem einmal ins Gedächtnis rufen, dass man sein Geld gerade an ein Unternehmen gibt, das damit Geld verdient, Menschen (insbesondere Jugendliche) süchtig von schädlichen Drogen zu machen.

Wir möchten dennoch an dieser Stelle einmal erwähnen, dass wir uns dessen bewusst sind, dass eine Sucht eine Krankheit ist. Wenn jemand bereits süchtig ist, sehen wir es daher schwierig, die Schuld dem Süchtigen zu geben. Schuld hat die Alkohol-/Tabakindustrie und ein Stück weit die Gesellschaft, die es bisher noch nicht einmal geschafft hat, die Werbung für solche Produkte vollständig zu verbieten. Dennoch ist jeder von uns in der Lage, mit seinem eigenen Konsumverhalten ein gutes Beispiel darzustellen und anderen zu zeigen "Ich bin glücklich, ohne dass ich Drogen zu mir nehme".


Fair Trade
Wir halten den Grundgedanken der fairen Bezahlung von Arbeitern in Ländern des globalen Südens (und auch sonst überall auf der Erde) für eine gute Sache. Wenn Sie keine Lust haben, sich besonders viele Gedanken zu machen, dann kaufen Sie bitte lieber weiter Fair Trade Produkte (oder fangen damit an, falls Sie das noch nicht tun). Da Sie aber nun schon bis hierhin gelesen haben: Es gibt effizientere Lösungen, die das gleiche Ziel haben. Fair Trade Produkte sind im Regelfall teurer als Produkte, für die Menschen ausgebeutet worden sind. Würde man allerdings die Differenz direkt an eine effiziente Organisation spenden, die sich besonders für diesen Zweck engagiert, das Leben der ausgebeuteten Arbeiter zu verbessern, kommt mehr davon bei dem unterbezahlten Arbeiter an, als wenn man das Fair Trade-Produkt kauft. Auf der Seite von GiveWell zum Beispiel kann man sich die aktuellen "Top Charities" anzeigen lassen, darunter ist zu diesem Zeitpunkt die Organisation "GiveDirectly", die das Geld direkt an die Arbeiter in den ärmsten Ländern gibt.

Spenden
Viele Menschen spenden einen Teil ihres Geldes jedes Jahr an eine Organisation, auf die man entweder zufällig gestoßen ist oder mit der man sich irgendwie identifizieren kann. Wir möchten einen kleinen Anreiz dafür geben, wie Sie zukünftig Ihre Spende effektiver gestalten können. Hierzu gibt es - wie oben bereits erwähnt - die Möglichkeit, sich besonders effektive Organisationen auszusuchen, um an diese zu spenden. Möchte man Menschen etwas Gutes tun, gibt es GiveWell. Möchte man lieber anderen Tieren helfen, gibt es Animal Charity Evaluators. Auf beiden Links finden Sie eine Liste der effizientesten Organisationen mit vielen Informationen dazu. Die Entscheidung, ob man einfach zufällig eine Organisation auswählt oder eine effektive Organisation, hat teilweise gravierende Auswirkungen. Sie kann den Unterschied zwischen 1 oder 1.000 geretteten Leben bei einer Spende von 1.000 € machen.

Zusammenfassung
Aus den oben genannten Gründen spenden wir 10% unseres jährlichen Gewinns an eine Organisation, die sich besonders effektiv für Tierschutz/Tierrechte/Veganismus einsetzt.

Außerdem bieten wir aus oben genannten Gründen keinerlei tierische Produkte oder alkoholische Getränke an (und selbstverständlich auch keine Tabakwaren) - wir wollen Geld nicht auf Kosten anderer verdienen, wenn es sich leicht vermeiden lässt!

Wir hoffen, dass Sie unser Konzept unterstützenswert finden und deswegen Ihre Lebensmittel vorzugsweise bei uns erwerben und diesen Shop Ihren Freunden und Bekannten empfehlen. Unser größtes Ziel ist es, eine möglichst breite Masse an Menschen zu erreichen und zum Umdenken zu bewegen - in Bezug auf alle oben genannten Themen.

Wir wollen nicht ausschließen, dass wir uns in einzelnen oben genannten Punkten irren oder das Gesamtbild nicht ausreichend gut beschreiben. Sollte das so sein, dann bitte belehren Sie uns, wenn Sie es besser wissen! Wir wollen nicht in Unwissenheit sterben. Gemeinsam können wir die Welt verbessern, alleine schaffen wir das nicht.